Rassestandard
Bichon Frise - Bichon à poil frisé
Herkunftsland
Frankreich/Belgien
Erscheinungsbild
Der Bichon Frise ist ein kleiner weisser Zwerghund der maximal 30 cm
Schulterhöhe erreicht.
Sein Haar wirkt besonders faszinierend, wenn es schneeweiss ist und füllig
wirkt. Es bedarf darum einer täglichen und gewissenhaften Haarpflege.
Wesen
Sein anhängliches Wesen ist lebhaft und lieb. Er ist sehr geduldig und hängt
an seinem Zuhause sowie an den Familienmitgliedern, was er auf eine rührende,
liebevolle Weise auch zeigt.
Herkunft
Die Bezeichnung "Bichon" wurde früher auch für Malteser oder
Bologneser ähnliche kleine Hunde gebraucht. Die Bichon Züchter streiten heute
immer noch um die genau Herkunft dieser niedlichen Rasse. So soll der Bichon
Frisé den Damen am königlichen Hof stets ein treuer Begleiter gewesen sein und
seit dem 15. Jahrhundert eine eigene Identität entfaltet haben. Andere wiederum
behaupten, er sei erst im 16. Jahrhundert von spanischen Seefahrern aus
Teneriffa nach Frankreich gebracht worden sein.
Von allen grossen Hundeverbänden
eingehaltener Rassestandard:
Allgemeines
Erscheinungsbild: Kleiner, fröhlicher und munterer Hund; lebhaftes Wesen;
mittellanger Fang; langes, sehr lockeres, korkenzieherartiges Haar, das dem Pelz
der Mongolenziege ähnelt. Der Kopf wird stolz und hoch getragen; die dunklen
Augen sind ausdrucksstark, der Blick lebhaft.
Kopf: Der Schädel ist länger als der Fang; der Kopf steht in Harmonie
zum Körper.
Nasenspiegel: Der Nasenspiegel ist abgerundet, gut schwarz, feinkörnig
und glänzend.
Lefzen: Die Lefzen sind dünn, ziemlich trocken, wenn auch weniger als
beim Schipperke; sie reichen gerade soweit herab, dass die Unterlefze bedeckt
wird; nie schwere oder hängende Lefzen; sie sind bis zum Lippenwinkel normal
schwarz pigmentiert; die Unterlefze darf weder schwer noch sichtbar noch schlaff
sein; bei geschlossenem Fang darf sie die Schleimhaut nicht sehen lassen.
Gebiss: Normales Gebiss, das heisst, die Schneidezähne des Unterkiefers
stehen unmittelbar gegen und hinter der Spitze der Zähne des Oberkiefers.
Fang: Der Fang darf weder dick noch schwer, aber auch nicht
zusammengekniffen sein; die Wangen sind flach und nicht sehr muskulös. Der Stop
ist wenig ausgeprägt, die Rinne zwischen den Augenbrauenbogen wenig sichtbar.
Augen: Die dunklen Augen werden von möglichst dunklen Lidern gesäumt
und sind von eher runder Form, nicht mandelförmig; sie sind nicht schräggestellt;
lebhaft, nicht zu gross und lassen kein Weiss sichtbar werden. Sie sind weder
gross hoch vorstehend wie beim Brüsseler Griffon und beim Pekingesen; keine
vorspringende Augenhöhle; der Augapfel darf nicht übertrieben hervortreten.
Schädel: Der Schädel fühlt sich eher flach an, obwohl ihn die
Haarpracht rund erscheinen lässt.
Ohren: Hängeohren, reich mit langem und fein gekräuseltem Haar bedeckt;
wird die Aufmerksamkeit des Hundes erweckt, so sind sie eher nach vorn
gerichtet, aber so, dass der vordere Rand den Schädel berührt und nicht schräg
absteht; der Ohrknorpel darf nicht bis zum Nasenspiegel reichen wie beim Pudel,
sondern muss auf halber Fanglänge enden. Sie sind eben weit weniger breit und dünner
als bei diesem Hund.
Hals: Der Hals ist recht lang und wird hoch und stolz getragen. Er ist
rund und nahe am Schädel dünn; er wird dann allmählich breiter, um sich übergangslos
in die Schultern zu fügen. Seine Länge entspricht etwa einem Drittel der Körperlänge
(11 cm auf 33 cm bei einem 27 cm grossen Hund), wenn man dabei die Stelle, wo
die Schulterspitzen gegen den Widerrist stehen als Bezugspunkt nimmt.
Schulter: Die Schulter steht ziemlich schräg; sie tritt nicht hervor;
sie scheint von gleicher Länge zu sein wie der Oberarm, etwa 10 cm; letzterer
steht nicht vom Körper ab, insbesondere ist der Ellbogen nicht ausgedreht.
Läufe: Von vorn besehen sind die Läufe gerade, gut im Lot und von
feinem Knochenbau; die Fessel ist kurz und, von vorn betrachtet, gerade; im
Profil besehen ist sie ganz leicht geneigt. Die Nägel sind vorzugsweise
schwarz; allerdings ist diese ideale Farbe schwer zu erreichen.
Brust: Die Brust ist gut entwickelt, das Brustbein ausgeprägt, die
falschen Rippen gerundet und nicht schroff abbrechend. Der Brustkasten hat in
der Waagrechten eine ziemlich grosse Länge.
Flanken: Die Flanken sind gut zum Bauch aufgezogen; die Haut ist dort dünn
und nicht lose; dies verleiht ein ziemlich windhundartiges Aussehen.
Lende: Die Lende ist breit und muskulös, leicht gewölbt. Das Becken ist
breit, die Kruppe leicht abgerundet; die Rute ist etwas tiefer unterhalb der Rückenlinie
angesetzt als beim Pudel.
Oberschenkel: Die Oberschenkel sind breit und gut bemuskelt; gut schräg
gestellt; das Sprunggelenk ist ebenfalls stärker gewinkelt als beim Pudel; der
Fuss ist sehnig.
Rute: Gewöhnlich wird die Rute hoch getragen und anmutig über den Rücken
gebogen; ohne einzurollen liegt sie in der Ebene der Wirbelsäule; sie ist nicht
kupiert und sie darf den Rücken nicht berühren; allerdings kann der Haarbehang
auf den Rücken herabfallen.
Pigmentierung: Unter dem weissen Haar vorzugsweise dunkel pigmentiert;
die Geschlechtsteile sind von schwarzer, bläulicher oder gelbgrauer Hautfarbe.
Farbe: Reines Weiss.
Haar: Dünn, seidig, korkenzieherartig, sehr locker, dem Fell der
Mongolenziege ähnlich; weder schlicht noch verflochten; es erreicht 7 bis 10 cm
Länge.
Schur: Der Hund kann mit leicht freigelegten Pfoten und Fang vorgestellt
werden.
Grösse: Die Widerristhöhe soll 30 cm nicht überschreiten; die geringe
Grösse ist Bestandteil seines Erfolgs.
Fehler: Jede Abweichung von den vorgennanten Punkten
muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum
Grad der Abweichung stehen sollte.
In das Haar aufsteigende Pigmentierung, so dass sich rötliche Flecken bilden.
Schlichtes, gewelltes, geflochtenes oder zu kurzes Haar. Leichter Vor- oder Rückbiss.
Ausschliessende Fehler: So stark ausgeprägter Prognathismus (Vor oder Rückbiss),
dass sich die Schneidezähne nicht mehr berühren. Fleischnase, fleischfarbene
Lefzen, blasse Augen, eingerollte Rute, Schraubenrute. Schwarze Flecken im Fell.
N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden
aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.